Reformationsweg eröffnet

Stadtplan mit eingezeichnetem Reformationsweg

Aus Anlass des 500-Jahr-Jubiläums seit dem Thesenanschlag Luthers im kommenden Jahr eröffnet die Reformationsstadt St.Gallen einen Reformationsweg. Entlang von zehn Stationen wird die Reformationsgeschichte der Vadianstadt nacherzählt.

Ab dem  kommenden Jahr feiert Europa das Jubiläum „500 Jahre Reformation“. Die Stadt St.Gallen spielte in der Reformation der Ostschweiz eine prägende Rolle. Bürgermeister Joachim von Watt (1484-1551), genannt Vadian, und Johannes Kessler (1502/03-1574) setzten sich intensiv mit den Lehren Luthers und Zwinglis auseinander. Seit Januar 2015 trägt die Vadianstadt das Label „Reformationsstadt Europas“. St.Gallen ist damit eine von aktuell 50 Reformationsstädten in Europa und eine von rund einem Dutzend in der Schweiz.

Entsprechend soll das Reformationsjubiläum würdig begangen werden. Mit verschiedenen Projekten und Veranstaltungen werden die Auswirkungen der Reformation in baulicher, wirtschaftlicher und geistiger Hinsicht aufgezeigt. Verschiedene Institutionen beteiligen sich mit grossem Engagement an der Vorbereitung des Jubiläums; es sind dies nebst der Stadt  St.Gallen und der Ortsbürgergemeinde die Museen und Archive der Stadt, St.Gallen-Bodensee Tourismus, Religionsgemeinschaften über die Evangelisch-reformierte Kirche des Kantons hinaus, Gewerbe und Gastronomie sowie Fachhochschule und Universität.

Für die Vorbereitung und Realisierung von Projekten mit städtischem Bezug im Rahmen des Jubiläums „500 Jahre Reformation“ wird dem Stadtparlament ein Kredit von gesamthaft CHF 700‘000 beantragt. Der offizielle Auftakt des Reformationsjubiläums erfolgt am Sonntag, 5. November 2017 (Reformationssonntag).

Zur Sensibilisierung auf das Jubiläum, das vornehmlich im nächsten und übernächsten Jahr gefeiert wird, wurde in Zusammenarbeit mit der Vadianischen Sammlung der Ortsbürgergemeinde St.Gallen und den Stadtarchiven von Stadt und Ortsbürgergemeinde ein Reformationsweg der Stadt St.Gallen geschaffen. Er ist ab sofort zugänglich und führt die Besuchenden zu zehn für die Zeit der Reformation wichtigen Stationen in der Stadt St.Gallen: Vadiandenkmal, Haus zum Goldapfel, Haus zum Tiefen Keller, Stadthaus, Kirche St.Laurenzen, Klosterbezirk, Schiedmauer, Karlstor, Schlössli, Kloster St.Katharinen und Kirche St.Mangen.

Begleitend dazu erscheinen eine ausführliche Gratis-Broschüre mit Informationen zu den einzelnen Stationen sowie ein Faltplan, die bei St.Gallen-Bodensee Tourismus (SGBT) und bei den erwähnten Institutionen erhältlich sind. Ab der zweiten Hälfte 2016 können geführte Rundgänge („Orte der Reformation“) bei St.Gallen-Bodensee Tourismus gebucht werden. Ergänzt werden Broschüre und Faltplan zum Reformationsweg durch eine Smartphone-App des Schweizerischen Evangelischen Kirchenbunds, die ab September 2016 live geschaltet wird.